Human Nature Affairs

Human Nature Affairs

Wir befinden uns mitten im sechsten Massenartensterben und erleben den größten Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier. Der Mensch hat es ausgelöst und nur er kann es stoppen. Das Artensterben ist eines der wichtigsten Themen dieses Jahrhunderts: Ohne Biodiversität haben wir keine Zukunft. Auch in Deutschland ist circa ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Der Biodiversitäts-Verlust bedroht die ökonomische und ökologische Zukunft unseres Landes. Die Artenvielfalt auf unserer Erde sinkt stündlich, und mit ihr gerät auch die Versorgungssicherheit von uns Menschen mit Wasser, Nahrung und Sauerstoff in Gefahr.

Das Kernthema der Produktion ist eine Auseinandersetzung mit den Human Nature Affairs– der Beziehung von Mensch und Natur, Gefährdung, Potential und Ausgleich. Eine möglichst hohe Resonanz soll durch die Zusammenarbeit mit Influencern erreicht werden, für die dieses Themenspektrum bislang nur ein geringfügiges Betätigungsfeld war. Das Zielpublikum ist die Generation, die die Welt in Zukunft gestalten müssen– die Jugendlichen und Jungen Erwachsenen von heute, von denen bereits einige mit Fridays4Future auf die Straßen gingen und in den Hörsälen ihrer Universitäten über das Leben von morgen debattieren.

The Food Challenge

The Food Challenge

Ein dreiteiliger Bildungsfilm, der eine Gesetzesinitiative zum Importverbot verschiedener Agrarpestizide in Kenia entfacht hat. Die Filme sind als DVD in 4 Sprachen über das EZEF zu beziehen.

Internationale Chemiekonzerne verkaufen in Kenia giftige Agrarpestizide, die in Europa längst verboten sind. Denn viele ihrer Wirkstoffe sind krebserregend und stellen eine große Gefahr für Natur und Umwelt dar. In Entwicklungsländern wie Kenia werden die giftigen Chemikalien trotzdem ohne Kontrolle in den Regalen der Agrarshops verkauft. Die Kleinbauern glauben an die Industrieversprechen einer besseren Ernte. Der Griff zur Giftspritze ist an der Tagesordnung. Hybridsaatgut treibt Kleinbauern in die Abhängigkeit; alte und resistente Saatgutsorten die auch dem Klimawandel stand halten könnten werden verdrängt. Was die meisten Konsumenten von konventionellen Produkten nicht wissen: Nach Angaben der WHO sterben weltweit jährlich 346.000 Menschen an unbeabsichtigten Pestizid-Vergiftungen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern.

Die Industrie versucht im Zeichen der Welternährung auf die Märkte zu drängen, im Gegenbild zeigen Statistiken und alternative Landwirtschaftsmethoden in Ostafrika, dass es nicht mehr Chemie und Hybridsaatgut braucht, um die Welt zu ernähren, sondern ein generelles Umdenken.

Spiegel Online – Kameraarbeit

Spiegel Online – Kameraarbeit

Die Bewegtbildredaktion von Spiegel Online unterstützen wir gelegentlich mit unserer Kameraarbeit.

Hambacher Wald – Bewegtbild für Spiegel Online

Diegitalstory „Der Märchenwald.
Autor: Julia Köppe (Spiegel Online Wissenschaftsredakteurin) Kamera: Jonathan Happ


Kampf um den Dannenröder Forst – Bewegtbild für Spiegel Online

Weil die A49 ausgebaut werden soll, fallen im hessischen Herrenwald Bäume. Am Wochenende formierte sich massiver Protest. Jetzt soll auch im Dannenröder Forst gerodet werden – aber der ist besetzt.

https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/a49-in-hessen-kampf-um-den-dannenroeder-forst-a-988f8155-2a22-4b5c-9cb7-0a3cdb21a853

Klimakiller Holzkohle

Klimakiller Holzkohle

Laue Sommerabende, kaltes Bier und ein gut gewürztes Steak auf der heißen Glut- wer kann sich Schöneres vorstellen? Dieser Film dreht sich nicht um das Grillgut auf dem Grill, sondern um die Kohle, die ihn zum Glühen bringt: 243.000 Tonnen Grillkohle importiert Deutschland jährlich; Tendenz steigend. Denn Grillen ist hip. Mit 59.000 Tonnen ist Polen der Hauptlieferant für Deutschland, Nigeria folgt mit 31.816 Tonnen. Insgesamt stammen 40 Prozent des europäischen Gesamt­verbrauchs von Holzkohle aus afrikanischen Ländern. Ein Großteil davon aus zweifelhaften, oft illegalen Strukturen, die damit viel Geld verdienen. Denn die Einnahmen aus illegalem Holzkohleexport übersteigen in Ost,- West,- und Zentralafrika mit über US$ 7,4 Billionen um fast das Dreifache den Wert von illegalem Drogenhandel.

Weltweit kochen und heizen zudem 2,7 Milliarden Menschen mit Holz beziehungsweise Holzkohle. Der Ausstoß von Klimagasen ist dabei enorm. Pro Jahr werden 55 Prozent des globalen Holzes als Brennstoff verwendet. Besonders während trockener Perioden nutzen die lokalen Bauern die Kohleproduktion als Rettungsanker, um ihre Familien zu ernähren. Holzkohlenomaden ziehen in Familienverbänden durchs Land und verkohlen alle Bäume, die sie fällen können. Um eine Tonne Grillkohle herzustellen, werden in effizienten Meilern drei Tonnen Holz benötigt. In den selbstgebauten Erdmeilern der nigerianischen Köhler sind es bis zu zwölf Tonnen. Die Auswirkungen sind enorm. Allein Nigeria – das Holzkohle fast ausschließlich für den Export herstellt, weil im Land viel mit Kerosin gekocht wird – verlor in der Zeit von 1990 bis 2005 36 Prozent seiner Wälder. Zurzeit sind noch zwölf Prozent des Landes mit Wald bedeckt – doch die Kohleproduktion zieht weiter an. 350 000 Hektar fruchtbares Land gehen hier jährlich verloren. Laut UN ist die Kohleproduktion eine der Hauptursachen für die Entwaldung Afrikas und – eng damit verbunden – für die massive Verschlechterung der Bodenqualität und das steigende Risiko von Ernteausfällen. Denn die Bäume sorgen für ein feuchteres Mikroklima, sie halten das Wasser. Durch den Verlust der Bäume fehlt dem Boden der Halt, und die fruchtbare Humusschicht wird bei Starkregen einfach weggespült.

Die Recherchen für dieses Vorhaben wurde durch ein Stipendium der gemeinnützigen Olin gGmbH unterstützt und von der Journalistenvereinigung netzwerk recherche betreut.

Erstveröffentlichung: Mi., 15.11.2017, 20:15, 3Sat
Die Reportage ist in der Mediathek verfügbar.

Auf der Suche nach dem fairen Gold

Auf der Suche nach dem fairen Gold

Mit bloßen Hämmern schlagen sie Brocken aus dem Gestein. Jährlich werden weltweit 727t Quecksilber durch Goldabbau in informellen Minen freigesetzt, was die Goldproduktion zu dem größten Quecksilberumweltsünder macht. Und alles für das schillernde Symbol des Reichtums: Gold. Die Reportage begleitet den renomierten Hamburger Goldschmied Jan Spille, der sich seit vielen Jahren für fairen und ökologischen Goldabbau einsetzt, wie er die ersten Fairtrade zertifizierten Minen in Kenia und Uganda besucht.

Until the Last Drop – Makwekwes Reise in die Zukunft des Lake Turkana

Until the Last Drop – Makwekwes Reise in die Zukunft des Lake Turkana

Eine Kurzdokumentation über die Bedeutung des Turkana-Sees für die Menschen im Norden Kenias. Der Film erzählt die Geschichte aus der Perspektive der Betroffenen in einer künstlerisch-modernen Form und verpackt die alarmierende Botschaft in einer positiven Melodie. ‚Until the Last Drop‘ wurde 2016 gedreht und läuft 2017 auf diversen internationalen Filmfestivals u.a. in Los Angeles, Toronto und Budapest. Die Deutschlandpremiere feierte der Film auf dem ältesten deutschen Filmfestival in Oberhausen und wurde auf dem Greenscreen-Festival, dem größten europäischen Naturfilmfestival, vom Publikum zum besten Kurzfilm 2017 ernannt.

Makwekwe ist ein aufstrebender Hiphop-Musiker, der dem friedvollem El Molo Volk angehört. Die El Molos sind die kleinste kenianische Volksgruppe und zählen circa 500 Menschen. In ihrem Dorf haben sie sich eine traditionelle Lebensart bewahrt und pflegen hier weiterhin ihre eigene Sprache. Sie leben direkt am Ufer des Turkana-Sees im Norden Kenias, dem größten Wüstenbinnensee der Welt, der die Lebensader von geschätzten 300.000 Menschen ist, die meisten von ihnen Nomaden des Turkana-Volks.

Der Film folgt Makwekwe auf einer Reise durch die dramatisch schöne und gleichzeitig menschenfeindliche Landschaft, auf der er mehr über die Bedeutung und Gefährdung des Sees lernen will. Denn der See fängt an zu verschwinden. Der Grund dafür ist der jüngst fertiggestellte Gibe-3 Staudamm in Äthiopien, der einen Großteil des Omo-Flusses aufstaut, bislang lieferte der Fluss 85% des Wasser für den Turkana-Sees. Die am Ufer des Sees lebenden Menschen betrachten besorgt den Rückgang des Wassers, der ihre Lebensgrundlage gefährdet. Auf seiner Reise lernt Makwekwe, dass dies aber noch nicht alles ist. Weitere zwei Staudämme sind in Planung, um dem Omo-Fluss Wasser für Agrarflächen zu entziehen, auf denen Baumwolle und Zucker für den Exportmarkt angebaut werden soll.

Wie wird die Zukunft der lokalen Bevölkerung rund um den Turkana-See und dem Omo-Fluss aussehen, wenn die Lebensader versiegt? Die Antwort findet Makwekwe für sich in Kakuma, einem der größten kenianischen Flüchtlingslager. Die Menschen, die aufgrund von Krieg und Dürre aus ihrer Heimat entrissen wurden und hier teilweise in zweiter Generation leben, wurden auch ihrer Kultur beraubt. Müssten die El Molos in ein Camp wie dieses ziehen, weil der See trocken fällt, wäre es das Ende ihrer Lebensart. Als Künstler antwortet er auf diese Sorge in seiner Musik, als El Molo hofft er, dass sein Lied eine Heilsbotschaft sein wird.

Toxic Business

Toxic Business

Übersicht kommende Filmvorführungen von Toxic Business

Ein Dokumentarfilm über die Profite internationaler Chemiekonzerne in Afrika auf Kosten der Gesundheit von Kleinbauern, Konsumenten und Umwelt, der vielen Menschen in Kenia Mut gemacht hat, sich gegen giftige Agrarpestizide einzusetzen.

Internationale Chemiekonzerne verkaufen in Kenia giftige Agrarpestizide, die in Europa längst verboten sind. Denn viele ihrer Wirkstoffe sind krebserregend und stellen eine große Gefahr für Natur und Umwelt dar. In Entwicklungsländern wie Kenia werden die giftigen Chemikalien trotzdem ohne Kontrolle in den Regalen der Agrarshops verkauft. Die Kleinbauern glauben an die Industrieversprechen einer besseren Ernte. Der Griff zur Giftspritze ist an der Tagesordnung. Hybridsaatgut treibt Kleinbauern in die Abhängigkeit; alte und resistente Saatgutsorten die auch dem Klimawandel stand halten könnten werden verdrängt. Was die meisten Konsumenten von konventionellen Produkten nicht wissen: Nach Angaben der WHO sterben weltweit jährlich 346.000 Menschen an unbeabsichtigten Pestizid-Vergiftungen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern.

Die Industrie versucht im Zeichen der Welternährung auf die Märkte zu drängen, im Gegenbild zeigen Statistiken und alternative Landwirtschaftsmethoden in Ostafrika, dass es nicht mehr Chemie und Hybridsaatgut braucht, um die Welt zu ernähren, sondern ein generelles Umdenken.

Dieser Film hat insbesondere in Kenia durch die Zusammenarbeit  mit der Heinrich Böll Stiftung einen großen Impact generiert und einen Diskurs angestoßen. Über 20 Produkte sind im neuen Zulassungsverfahren, der Leiter der Registrierungsbehörde wurde entlassen und es gibt die Hoffnung, dass Gesetze erlassen werden, die die heute gängige Praxis der Unternehmen in Zukunft verbieten.

Legacy Warnings!

Legacy Warnings!

Die Bedrohung

Grosse Teile der Bevölkerung Süd Afrikas in und um Johannesburg haben mit den Hinterlassenschaften des Uran und Goldabbaus zu kämpfen. Süd Afrika ist das einzige Land auf dem Kontinent mit zwei laufenden Kernkraftwerken. Das eine zur Energiegewinnung, das zweite berühmt berüchtigt für seine Unfälle. Der President des Landes Jacob Zuma macht sich stark für eine Erweiterung der nuklearen Kapazitäten um 9600MW, was der bisher grössten je unternommenen Infrastrukturellen Massnahme für Süd Afrika gleichkäme. Andere Länder haben auch Interesse an der Kernkraft. Die Tradition lokalen Widerstandes ist ein Faktor mit dem zu rechnen ist.

Die Hinterlassenschaft

Um die 2,5 Millionen Menschen leben in der Nähe radioaktiver und giftiger Abraumhalden. Diese beinhalten hohe Konzentrationen and Uran, Sulfiden, Zyaniden. Der toxische Staub findet seinen Weg in die Nahrungskette durch acide Minenabwässer, Leckagen und radioaktiven Staub. Der Schlamm der Abraumhalden wird zu kosmetischen Zwecken genutzt, Kinder spielen auf den Abraumhalden, das verschmutzte Wasser wird zur Bewässerung verwendet. Die Anzahl von Kindern mit Beeinträchtigungen ist alarmierend hoch. Die Industrie entzieht sich jeder Verantwortung.

Das Thema

Wir haben uns den Beginn des atomaren Kreislaufes angeschaut, so wie er sich in Süd Afrika präsentiert, die Uranminen und den Abraum. Ausserdem haben wir einen Blick auf den aktuellen Status der Atomkraft Pläne in Süd Afrika geworfen und was diese für den Rest des Kontinents bedeuten. Gibt es eine afrikanische Renaissance der Atomkraft? Kann Atomkraft eine Lösung zum Klimawandel sein? Ist Atomkraft wirklich so sauber, wie die Atomlobby und Industrie sie präsentieren?

Die Menschen

Viele Menschen leben auf oder in der Nähe toxischer Abraumhalden, wobei viele sich der Gefahren bewusst sind, aber keine Möglichkeit haben oder sehen der Gefahr zu entkommen. Es git niemanden, bei dem sie sich beschweren könnten. Die Minenindustrie expandiert ihr Territorium und zerstört dabei ganze Landstriche. Der Widerstand ist nicht sehr koordiniert, aber wächst.

Die Hoffnung

Aktivisten sagen, Afrika steht an einem historischen Punkt. Der Energiebedarf wächst und es gibt kaum funktionierende Strom-Netze. Infrastrukturelle Veränderungen müssen unternommen werden und werden unternommen werden. Der Markt wächst. Afrika könnte ein Vorreiter für Erneuerbare Energien werden, ein erneuerbarer Kontinent vielleicht. ‘Der nukleare Vormarsch kann noch gestoppt werden!’ sagen uns Aktivisten. Welche Rolle können dabei Länder wie Deutschland spielen, das als ein Vorbild für Erneuerbare Energien gilt?