Gold ohne Glanz? Eine multimediale Ausstellung

Gold ohne Glanz? Eine multimediale Ausstellung

Eine Reise zu konventionellen Goldschürfern und Fairtrade Kooperativen in Afrika!

Mit bloßen Hämmern schlagen sie Brocken aus dem Gestein. Schwitzwasser tropft an den Höhlenwänden ab, es ist dunkel, stickig, unheimlich. Jeder kennt die Geschichten von toten Kumpeln. Die beim Abstieg in den Schacht auf den rohen Stammbalken abgerutscht sind, die Untertage von Wassereinbrüchen überrascht wurden oder die plötzlich Kopfschmerzen und Atemnot hatten, deren Gesichter anschwollen und die dann unter unmenschlichen Schmerzen verreckten. Und alles für das schillernde Symbol des Reichtums: Gold.

Ausgerüstet lediglich mit einer kleinen Kopflampe, genau wie die Kumpel in Ostafrika, begeben sich die Besucher der multimedialen Ausstellung erleben eindrucksvoll die Arbeit unter Tage. Auf dem Weg durch den 20 Meter langen Minenschacht begegnet dem Besucher eine Verschüttung von Arbeitern oder eine nachgestellte Szene, wie die Mäner das Gesetin aus der Wand schlagen.

Rund 15 Millionen Menschen arbeiten heute über den ganzen Globus verteilt in rudimentären Goldminen, darunter 4.5 Millionen Frauen und 600.000 Kinder. Einfünftel der jährlichen Goldproduktion geht auf ihr Konto. Und 80 % des weltweit geförderten Goldes werden von der Schmuckindustrie konsumiert. Wenig andere Modeerscheinungen können auf eine derart lange und globale Leidensgeschichte zurückblicken. In fast allen Gesellschaften seit Menschheitsgedenken nimmt Gold einen besonderen Platz ein, stets ist es Symbol für Reichtum, Schönheit und Macht. Die Pharaonen schmückten damit ihre Tempel, wir unsere Eheringe, den Oscar und den FIFA Pokal.

Den dunklen Minenschacht, der mit Geräuschen und Videosequenzen aus Ostafrika zeigt, welch harte Arbeit unter Tage die Menschen leisten um wenige Gramm Gold zu Tage zu fördern durchlaufen, erreicht der Ausstellungs-Besucher einen wüstenartigen Sandplatz über Tage. Er erlebt in Videosequenzen, wie hier von Frauen und Kindern die Steine mit einfachen Hämmern zerschlagen und anschließend mit Quecksilber das Gold aus dem Gesteinsstaub gewaschen wird.

Jährlich werden weltweit schätzungsweise 727t Quecksilber durch Goldabbau in informellen Minen freigesetzt, was die Goldproduktion zu dem größten Quecksilberumweltsünder noch weit vor der Kohleverstromung mit 474t macht. Das Gift gelangt in die Böden, in das Grundwasser und in die Pflanzenwelt. Es findet sich im Blut der Tiere, Arbeiter und Menschen, die in den Minenregionen leben. Die Frauen stillen ihre Kinder direkt an ihren Arbeitsplätzen, an denen sie ohne Schutzausrüstung mit der giftigen Chemikalie hantieren.

Mitgebrachte Requisiten von den Goldminen aus Ostafrika, stimmungsvolle Beleuchtung, beeindruckende und hoch qualitative Videoaufnahmen mit Interviews von Arbeitern und Betroffenen machen die Ausstellung erlebbar.

Der Besucher wird beim Betreten der Ausstellung mit Fakten und Fotos auf diese Situationen vorbereitet, während der Ausstellung aber schockiert über die Zustände im informellen Goldabbau sein. Er gelangt mit einem Handlungswillen, diese Zustände verändern zu wollen, in den letzten Raum der Ausstellung und findet hier Handlungsalternativen: Recycling oder Fairtrade Gold für den Ehering oder auch für das nächste Smartphone, Forderungen einer transparenten Lieferkette, Konsumeinschränkung, Gold als Wertanlage?

Die multimediale Ausstellung kann für mehrtägige Veranstaltungen angefragt werden. Gerne halten wir auch Vorträge zum Thema Goldabbau in Ostafrika und Chancen der Veränderungen durch Zertifizierungen wie Fairtrade.  Filmbeiträg aus der Ausstellung: